Das Zwei-Nutzungs-Huhn:
Und alle Küken dürfen leben

 

Das Zwei-Nutzungs-Huhn ist keine neue Erfindung. Es stellt vielmehr die modernisierte Form der traditionellen Hühnerhaltung in Bayern dar, bei der die weiblichen Küken zu Legehennen heranwachsen und die männlichen Küken für die Mast verwendet werden.

Die Eier und die Brathähnchen dieser extensiven Zwei-Nutzungs-Huhn-Rassen schmecken hervorragend, denn die Tiere haben ein artgerechtes Leben mit viel Auslauf und Bewegung im Freien. Sie laufen herum, sie können scharren und picken und ganz nach Hühnerart im Sand baden.

Jedes Tier soll Sonne und Wind spüren und seine natürlichen Bedürfnisse ausleben  können.

Das Zwei-Nutzungs-Huhn kann das und ist deshalb von Haus aus gesund und vital. Es steht für bäuerliche Erzeugung und regionale Herkunft. Es wächst deutlich langsamer heran und wird abwechslungsreich gefüttert. Diese Tiere sind keine empfindlichen Hochleistungshybriden, sondern traditionelle, robuste Rassehühner.

Wer auf beste Qualität, Tierwohl und Nachhaltigkeit Wert legt, kauft Eier und Fleischprodukte vom Zwei-Nutzungs-Huhn. Diese Feinkostware kann mit gutem Gewissen genossen werden, denn bei beim Zwei-Nutzungs-Huhn wird ein besonders wichtiger Standard der Tierethik erfüllt:

Es entstehen keine „unnütze“ Küken und damit kein Kükentöten!

Mit dem Kauf dieser hochwertigen Produkte unterstützen Sie eine regionale, tiergerechte und zukunftsfähige Landwirtschaft in Bayern.

Wäre nicht die „Im-Ei-Geschlechtsbestimmung“ auch eine Option?

Geräte zur Geschlechtsbestimmung im Ei sind mit hohen Investitionskosten verbunden und kommen in großen Brütereien zum Einsatz. Derzeit sind die Durchsatzmengen noch gering.

Welche Vorteile hat der landwirtschaftliche Betrieb vom Zwei-Nutzungs-Huhn?
Beim Zwei-Nutzungs-Huhn entstehen keine „unnützen“ männlichen Küken. Die Tiere sind insgesamt gesünder und robuster. Beim Futter sind sie nicht so anspruchsvoll und helfen, Stoffkreisläufe zu schließen. Vom Wesen her sind diese Rassen ruhig und verträglich, sie neigen nicht zu Aggressionen gegenüber ihren Artgenossen.

Die Zucht liegt in bäuerlicher Hand, denn Zweinutzungshühner sind Rassehühner. Die Betriebe können hier die Jungtiere selbst heranziehen und sind damit unabhängig von den vier großen Geflügelkonzernen. Dies stärkt die züchterische Regionalisierung der Hühnerhaltung in Bayern.

Was tut der Freistaat Bayern fürs Zwei-Nutzungs-Huhn?

Der Freistaat Bayern etabliert auf dem Staatsgut Kitzingen eine spezielle Eignungsprüfung für Zwei-Nutzungs-Hühnern. Futterverwertung und Leistung bezogen auf Eier und Fleisch werden auf Basis der Forschungsergebnisse weiter verbessert.

Die Eier und das Geflügelfleisch aus der Zwei-Nutzungs-Huhn-Haltung sind teurer als gewohnt, aber diese Feinkostprodukte sind ihren Preis wert:
Sie stehen für eine tierfreundliche und zukunftsfähige Landwirtschaft.

Das Konzept ist Teil der Premiumstrategie für Lebensmittel, mit der das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Absatz hochwertiger Spezialitäten aus dem Freistaat voranbringen und gleichzeitig ein Bewusstsein für deren kulturhistorische Bedeutung schaffen möchte.